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Parcours de la Céramique Paris

Vom 15. bis 19. September 2026 nehmen wir am 19. Parcours de la Céramique in Paris teil.

Gemeinsam mit Michel Vandermeersch zeigen wir am Quai Voltaire eine Auswahl von Porzellanen und Fayencen des 18. Jahrhunderts.

Maison Vandermeersch und Langeloh Porcelain verbindet eine über Generationen gewachsene Beziehung. Unsere beiden Häuser zählen in Frankreich und Deutschland zu den ältesten Antiquitätenhandlungen ihres jeweiligen Spezialgebiets.

Wir freuen uns sehr, Sie in Paris begrüßen zu dürfen.

19ème Parcours de la Céramique et des Arts du Feu Paris

Reguläre Laufzeit
Dienstag, 15. September – Samstag, 19. September 2026

Vernissage
Dienstag, 15. September

Adresse
Maison Vandermeersch
21 Quai Voltaire
75007 Paris

Download Einladungskarte (PDF): 19eme-parcours-einladung.pdf

Einer unserer Ausstellungsschwerpunkte ist Böttgersteinzeug aus der Frühzeit der Meissener Manufaktur. Wir zeigen ein Ensemble aus drei Böttgersteinzeugen zusammen mit einer chinesischen Vase mit Lackdekor von Martin Schnell.

Die überhenklige Teekanne aus "Schwartz Porcelain" ist eine Rarität ersten Ranges. Das Modell entstand zwischen Juli 1711 und Anfang 1713 als schwarz glasiertes Böttgersteinzeug und wurde dann in der Werkstatt des Hoflackierers Martin Schnell mit Gold- und Lackfarben verziert. In den 1719 (nach dem Tod Böttgers) aufgenommenen Inventaren der vorhandenen Bestände an Böttgersteinzeugen und -porzellanen ist es unter rd. 3.000 erfassten Teilen als Einzelstück verzeichnet. Bis heute ist von diesem Modell in Schwartz Porcelain nur unsere Ausformung bekannt; sie wurde von Maureen Cassidy-Geiger in ihrem Bestandskatalog erfasst.

Der Kopf des Kaisers Vitellius aus Böttgersteinzeug stammt aus der berühmten Porzellansammlung Gustav von Klemperer. Er dürfte zu einer Serie der zwölf römischen Imperatoren gehört haben — einem seit der Renaissance beliebten Motiv höfischer Ikonographie, das auf Suetons Lebensbeschreibungen der Caesaren zurückgeht. Für eine solche Serie sprechen zwölf in den Inventaren des 18. Jahrhunderts genannten Formen für „Kayser-Köpfe“. Bis heute sind jedoch nur Köpfe des Vitellius sowie ein einzelner Augustus-Kopf bekannt geworden.

Der hohe, polierte und gemuschelte Böttgersteinzeug-Krug gehört zu den seltensten Erzeugnissen der frühen Meissener Manufaktur. Obwohl Bierkrüge bereits zum ersten Produktionsprogramm gehörten und im Inventar von 1711 in großer Zahl genannt werden, ist dort kein einziger hoher gemuschelter verzeichnet. Auch 1719 findet sich unter mehr als 2.000 inventarisierten Positionen nur ein einziger Krug unseres Typs. Die besondere Wirkung beruht auf der Muschelung der Oberfläche. Zusammen mit Politur und Schnitt verleiht sie dem Steinzeug zusätzlichen Glanz und eine gesteigerte Lichtreflexion. Angela Gräfin von Wallwitz, ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet des Böttgersteinzeugs, sieht in der frei ausgeführten Muschelung das Merkmal einer sehr frühen Entwicklungsperiode. Gräfin Wallwitz hält eine Entstehung vor der Verlegung der Manufaktur nach Meissen am 6. Juni 1710 für möglich.

Die Kangxi-Vase mit Lackdekor von Martin Schnell gehört zu einer äußerst seltenen Gruppe ostasiatischer Porzellane aus der Sammlung Augusts des Starken, die am Dresdner Hof mit europäischem Lackdekor versehen wurden. Die Vase stammt direkt aus der königlichen Sammlung Augusts des Starken und befand sich später sowohl in der Wettiner Sammlung auf Schloss Moritzburg als auch in der Dresdner Porzellansammlung, wo sie unter der Inventarnummer P.O. 285 geführt wurde. Die erhaltenen Inventarnummern auf Vase und Deckel dokumentieren diese Provenienz auf anschauliche Weise. Der Lackdekor ist Martin Schnell zuzuschreiben, dem 1710 an den Dresdner Hof berufenen Hoflackierer, wofür die hohe technische und künstlerische Qualität spricht. Während viele vergleichbare Porzellane mit sächsischem Lackdekor nur beschädigt oder fragmentarisch erhalten sind, überzeugt unsere Vase durch die Perfektion ihrer Ausführung. Sie dokumentiert auf seltene Weise die frühe Verbindung von ostasiatischem Porzellan und sächsischer Lackkunst am Hof Augusts des Starken.