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Paar Meissen Mopsleuchter

(links) Mops nach rechts schauend, mit purpur goldenem Halsband: 6,2 cm hoch
(rechts) Mops nach links schauend, mit dunkel purpurnem Halsband und blauer Schleife: 6,2 cm hoch, Brennloch unterm Schwanz
Meissen Modell von Johann J. Kaendler und Peter Reinicke (November 1744)
Ausformung um 1745

Montiert auf zwei Kerzenleuchtern aus feuervergoldete Bronze, bekrönter C-Marke (C-couronné poinçon), Paris 1745–49, weiße Vincennes Porzellanblüten (pâte tendre), 13–13,4 cm hoch

Beschreibung


Kaendler hat die kleinen Mopshunde in unterschiedlicher „Action“ bereits im Jahr 1734 zum ersten Mal geschaffen.
Arbeitsbericht Kaendler, Mai 1734 (Pietsch Arbeitsberichte Kaendlers S. 23): „Erstlich 9 Stück kleine Mopshunde, Ein jeder hatte eine andere Action.“
Die Versionen 8 und 9 betreffen die stehenden Modelle (a.a.O. S. 24 lfd. Nrn. 8–9): „Noch sind zwey kleine stehende Mopsgen gefertiget worden.“

Der Mopshund erfreute sich großer Beliebtheit und wurde in Meissen mehrmals überarbeitet und variiert. In den 1740er Jahren wurde Kaendler von seinem Assistenten, dem Modelleur Peter Reinicke dabei unterstützt. So formte dieser u.a. das Modell des kleinen, stehenden Mopshundes im Novemer 1744 neu aus.
Arbeitsbericht Reinicke, November 1744 (zit. nach Schandelmaier Kat. 2020 Nr. 1 S. 78): „1 klein stehender Mopß Hündgen in thon bossirt“  

Dank der bekrönte C-Marke auf dem einen Kerzenleuchter sind die Stücke gut datierbar. Als Metallsteuer zur Finanzierung des Österreichischen Erbfolgekrieges wurde die Marke von Ludwig XV. in den Jahren 1745 bis 1749 angewendet. Das passt mit der Datierung der Meissener Porzellanmöpse um 1745 exakt zusammen.

Möpse in Verbindung mit feuervergoldeten Montierungen gehörten mit zum erlesenen Repertoire der Pariser „Marchand Mercier“ (Rochebrune Kat. 2020 S. 74–77). Aus dem Journal des berühmten Pariser Luxuswarenhändlers Lazare Duvaux wissen wir, dass Mitte des 18. Jahrhunderts Meissener Porzellane in Verbindung mit Pariser Montierungen an hochrangige Persönlichkeiten verkauft wurden. Unter anderem an die Marquise de Pompadour – Duvaux’ bedeutendste Kundin, die laut ihres Nachlassinventars (1765) über 500 Meissener Porzellane gesammelt hatte (a.a.O.).

Literatur


Pietsch, Ulrich: Die Arbeitsberichte des Meissner Porzellanmodelleurs Johann Joachim Kaendler 1706 – 1775. Leipzig 2002

Dumortier, Claire u. Habets, Patrick: The T&T Collection. Porcelain Pugs. A Passion.. Brüssel 2019

Helke, Gun-Dagmar u. Schandelmaier, Hela: Höfische Begleiter. Möpse und andere Hunde in Porzellan und Fayence. Stuttgart 2020

Bildergalerie


Paar Meissen Mopsleuchter
Paar Meissen Mopsleuchter
Paar Meissen Mopsleuchter
Paar Meissen Mopsleuchter
  • Beschreibung

    Kaendler hat die kleinen Mopshunde in unterschiedlicher „Action“ bereits im Jahr 1734 zum ersten Mal geschaffen.
    Arbeitsbericht Kaendler, Mai 1734 (Pietsch Arbeitsberichte Kaendlers S. 23): „Erstlich 9 Stück kleine Mopshunde, Ein jeder hatte eine andere Action.“
    Die Versionen 8 und 9 betreffen die stehenden Modelle (a.a.O. S. 24 lfd. Nrn. 8–9): „Noch sind zwey kleine stehende Mopsgen gefertiget worden.“

    Der Mopshund erfreute sich großer Beliebtheit und wurde in Meissen mehrmals überarbeitet und variiert. In den 1740er Jahren wurde Kaendler von seinem Assistenten, dem Modelleur Peter Reinicke dabei unterstützt. So formte dieser u.a. das Modell des kleinen, stehenden Mopshundes im Novemer 1744 neu aus.
    Arbeitsbericht Reinicke, November 1744 (zit. nach Schandelmaier Kat. 2020 Nr. 1 S. 78): „1 klein stehender Mopß Hündgen in thon bossirt“  

    Dank der bekrönte C-Marke auf dem einen Kerzenleuchter sind die Stücke gut datierbar. Als Metallsteuer zur Finanzierung des Österreichischen Erbfolgekrieges wurde die Marke von Ludwig XV. in den Jahren 1745 bis 1749 angewendet. Das passt mit der Datierung der Meissener Porzellanmöpse um 1745 exakt zusammen.

    Möpse in Verbindung mit feuervergoldeten Montierungen gehörten mit zum erlesenen Repertoire der Pariser „Marchand Mercier“ (Rochebrune Kat. 2020 S. 74–77). Aus dem Journal des berühmten Pariser Luxuswarenhändlers Lazare Duvaux wissen wir, dass Mitte des 18. Jahrhunderts Meissener Porzellane in Verbindung mit Pariser Montierungen an hochrangige Persönlichkeiten verkauft wurden. Unter anderem an die Marquise de Pompadour – Duvaux’ bedeutendste Kundin, die laut ihres Nachlassinventars (1765) über 500 Meissener Porzellane gesammelt hatte (a.a.O.).

  • Literatur

    Pietsch, Ulrich: Die Arbeitsberichte des Meissner Porzellanmodelleurs Johann Joachim Kaendler 1706 – 1775. Leipzig 2002

    Dumortier, Claire u. Habets, Patrick: The T&T Collection. Porcelain Pugs. A Passion.. Brüssel 2019

    Helke, Gun-Dagmar u. Schandelmaier, Hela: Höfische Begleiter. Möpse und andere Hunde in Porzellan und Fayence. Stuttgart 2020

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