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Sehr seltene Trompe-l’œil Terrine in Entenform mit dazugehörigem Rasensockel mit plastischen Belägen

Straßburg 1750–1754
Ente: L. 36,5 cm; Unterschale: L. 44,8 cm; Gesamthöhe: 36,8 cm
Modell von Johann Wilhelm Lanz
Unterschale Malermarke "R" in Grün = Johann Gottlieb Rothe

Beschreibung


Der Maler Johann G. Rothe arbeitete zuvor in der Manufaktur Höchst. Im Spätherbst 1748 (nachdem er sich mit Philipp Dannhöfer duelliert hatte) zog er nach Straßburg – zusammen mit Christian Wilhelm von Löwenfinck (Reber, S. 170, Bastian II, S. 244, Abb. 639). Kurz darauf folgte dessen Bruder Adam Friedrich von Löwenfinck. Im selben Jahr begann auch der Modelleur Johann Wilhelm Lanz seine Tätigkeit in Straßburg, womit die Blütezeit der Manufaktur und ihren Trompe­-l’œil-Fayencen begann.

Die Straßburger Terrine in Entenform mit Bodenplatte ist äußerst selten: Margret Ribbert (Historisches Museum Basel 2018 S. 21) schreibt: „Es gibt zwei Grundtypen: Beim einen stehen die Tiere mit den Füßen direkt auf dem Boden, beim anderen stehen sie auf einer mit Pflanzen bewachsenen Sockelplatte. Diese kann in sehr seltenen Fällen zusätzlich in eine Bodenplatte mit weiterem Bewuchs eingesetzt sein.“

Uns sind nur zwei weitere Exemplare mit dazugehörigem Untersatz bekannt:

  • 1. Slg. Ludwig, heute Historisches Museum Bamberg (Kat. Bamberg Nr. 214, Ribbert 2018 S. 80)
    = Slg. Fribourg (Sotheby’s 15.10.1963 Nr. 383 und auf dem Cover abgebildet)

    Malermarke „R“ in Mangan. Der Sotheby’s-Katalog von 1963 geht davon aus, dass es sich um die einzig bekannte Ente mit Untersatz handelt: „the only Strasbourg duck tureen recorded complete with it’s original stand.“

  • 2. Slg. Pflueger (II S. 106 f. und Rückseite) heute Boston Museum of Fine Arts (Accession.-no. 2006.877a-c)
    Malermarke „R“; Hugo-Morley Fletcher kannte anscheinend nicht die Fribourg-Ente. In seinem Pflueger-Katalog von 1993 nimmt er nämlich an, dass die Pflueger-Ente, die einzig bekannte ist mit dem „elaborate stand.“

Literatur


Reber, Horst und Ohlig, Stefanie Felicitas: Höchster Fayencen und Porzellane: Stiftung und Sammlung Kurt Bechtold. Mainz 2002

Bastian, Jacques: Strasbourg, faïences et porcelaines 1721-1784. 2 Volumes. 2002

Ribbert, Margret: Wildsau und Kopfsalat. Strassburger Fayencen des 18. Jahrhunderts in Basel. Historisches Museum Basel 2018

Morley-Fletcher, Hugo: Pflueger Collection - Early European Porcelain & Faience. 1993

Leprince, Camille: Gourmet Menagerie European and Chinese Ceramic Animals. Vandermeersch, Voltaire Antiquités, Paris 2016

Bildergalerie


Straßburger Trompe-l’œil Terrine in Entenform mit dazugehörigem Untersatz
  • Beschreibung

    Der Maler Johann G. Rothe arbeitete zuvor in der Manufaktur Höchst. Im Spätherbst 1748 (nachdem er sich mit Philipp Dannhöfer duelliert hatte) zog er nach Straßburg – zusammen mit Christian Wilhelm von Löwenfinck (Reber, S. 170, Bastian II, S. 244, Abb. 639). Kurz darauf folgte dessen Bruder Adam Friedrich von Löwenfinck. Im selben Jahr begann auch der Modelleur Johann Wilhelm Lanz seine Tätigkeit in Straßburg, womit die Blütezeit der Manufaktur und ihren Trompe­-l’œil-Fayencen begann.

    Die Straßburger Terrine in Entenform mit Bodenplatte ist äußerst selten: Margret Ribbert (Historisches Museum Basel 2018 S. 21) schreibt: „Es gibt zwei Grundtypen: Beim einen stehen die Tiere mit den Füßen direkt auf dem Boden, beim anderen stehen sie auf einer mit Pflanzen bewachsenen Sockelplatte. Diese kann in sehr seltenen Fällen zusätzlich in eine Bodenplatte mit weiterem Bewuchs eingesetzt sein.“

    Uns sind nur zwei weitere Exemplare mit dazugehörigem Untersatz bekannt:

    • 1. Slg. Ludwig, heute Historisches Museum Bamberg (Kat. Bamberg Nr. 214, Ribbert 2018 S. 80)
      = Slg. Fribourg (Sotheby’s 15.10.1963 Nr. 383 und auf dem Cover abgebildet)

      Malermarke „R“ in Mangan. Der Sotheby’s-Katalog von 1963 geht davon aus, dass es sich um die einzig bekannte Ente mit Untersatz handelt: „the only Strasbourg duck tureen recorded complete with it’s original stand.“

    • 2. Slg. Pflueger (II S. 106 f. und Rückseite) heute Boston Museum of Fine Arts (Accession.-no. 2006.877a-c)
      Malermarke „R“; Hugo-Morley Fletcher kannte anscheinend nicht die Fribourg-Ente. In seinem Pflueger-Katalog von 1993 nimmt er nämlich an, dass die Pflueger-Ente, die einzig bekannte ist mit dem „elaborate stand.“
  • Literatur

    Reber, Horst und Ohlig, Stefanie Felicitas: Höchster Fayencen und Porzellane: Stiftung und Sammlung Kurt Bechtold. Mainz 2002

    Bastian, Jacques: Strasbourg, faïences et porcelaines 1721-1784. 2 Volumes. 2002

    Ribbert, Margret: Wildsau und Kopfsalat. Strassburger Fayencen des 18. Jahrhunderts in Basel. Historisches Museum Basel 2018

    Morley-Fletcher, Hugo: Pflueger Collection - Early European Porcelain & Faience. 1993

    Leprince, Camille: Gourmet Menagerie European and Chinese Ceramic Animals. Vandermeersch, Voltaire Antiquités, Paris 2016

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